Colonel Fisk, Kommandant der Pegasus, wird in seinem Quartier ermordet. Spuren führen zu einem illegalen Schwarzmarkt, der in der gesamten Flotte kursiert. Die Ermittlungen bringen Lee Adama jedoch nicht nur in Lebensgefahr, auch muss er sich seinen inneren Dämonen stellen… |
„Black Market“ ist die erste Episode der derzeit laufenden zweiten Staffel, die mir nicht so sehr gefallen hat. In meinen Augen liegt dies zum einen daran, dass nur wenige Informationen in dieser Episode herüber kommen und zum anderen finde ich einige Wendungen etwas „überraschend“.
Dass es einen Schwarzmarkt innerhalb der Flotte geben würde, ja musste, war klar. Das Wirtschaftssystem konnte unter diesen Bedingungen nicht ewig weiter existieren und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Menschen sich wieder traditionellerer Formen des Handels besannen. Jedoch wurde in meinen Augen aus diesem Punkt fälschlicherweise ein Hauptplot ersonnen, der nicht so fesselnd war wie vorangegangene Episoden. Im Zentrum dieser Episode steht ganz klar Lee Adama, der sich innerlich immer noch mit den Problemen aus den „Pegasus-Episoden“ herum schlagen muss. Er hat den Glauben an seinen Vater und alles andere verloren. Eine Aufgreifung dieses Themas war zwar wünschenswert, dass er sich jedoch in die Arme einer Prostituierten begibt, halte ich jedoch für einen Charakterzug Lees, der mir etwas unpassend erscheint. Viel interessanter ist da schon die Information, dass er scheinbar auch verheiratet war oder zumindest fast Vater geworden wäre. Ein Trauma, welches er schon lange mit sich herumschleppt und bisher wohl niemandem mitgeteilt hat. Scheinbar suchte der junge Adama eine Ersatzfamilie. Ob es er dies aus einem Wunsch heraus getan hatte, um sich von seinem Vater zu lösen? Diese Frage muss sich wohl jeder selbst beantworten.
Wenigstens ist die Prostituierte ein Beleg dafür, wie arm manche Menschen innerhalb der Flotte inzwischen sind. Scheinbar bleibt der jungen Frau und Mutter nichts anderes übrig, als ihren Körper zu verkaufen, denn anders scheint sie nicht über die Runden zu kommen. Der Mord an Colonel Fisk kommt überraschend und erzielt den nötigen Effekt, dennoch finde ich es schade, dass seine Figur jetzt schon aus der Serie entfernt worden ist. Damit hat die Crew der Pegasus innerhalb kürzester Zeit schon den zweiten Kommandanten verloren. Es bleibt abzuwarten, wie die Besatzung des zweiten kolonialen Schiffes dies verkraften wird.
Dass jedoch dieser Mann in die Machenschaften des Schwarzmarktes involviert war, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Immerhin hat er ein halbes Jahr lang unter der strengen Führung von Admiral Cain gedient und ihre Führungsweise schien auf ihn abgefärbt zu sein. Innerhalb kürzester Zeit soll er sich nun den Verlockungen des illegalen Handels hingegeben haben. In meinen Augen nicht sehr nachvollziehbar. Auch die gesamte weitere Handlung plätschert dahin. Nicht, dass die Episode schlecht wäre, dies ist sie (angesichts dessen, was wir täglich im TV ertragen müssen) beileibe nicht, dennoch erreicht sie nicht das gewohnte Galactica-Niveau. Für mich wirkt es einfach so, als ob eine Nebenhandlung zu einer A-Story aufgeblasen worden wäre. Wieso ermittelt Lee überhaupt in diesem Fall? Hatte Commander Adama nicht oft genug gegenüber der Präsidentin betont, dass die Armee keine Polizeiaufgaben übernehmen sollte. Und wenn überhaupt, wieso untersucht nicht die Militärpolizei diesen Fall? Was die Folge jedoch zeigt, sind die Liebesprobleme des Piloten. Egal ob Starbuck, Dualla oder die käufliche Dame, irgendwie kriselt es derzeit mit jeder. Sicherlich keine Sache, die den guten Lee derzeit aufbauen könnte.
Überzeugen können in jedem Fall die Darsteller, die sich redlich Mühe geben und die einzelnen Stimmungen glaubwürdig rüberbringen. Jamie Bamber liefert als Lee Adama eine sehr gute Vorstellung ab und bestätigt sich mal wieder als einer der besten Figuren in der Serie. Auch Tom Zerek ist mal wieder ein Genuss, auch wenn sein Auftritt eher kurz war. Dennoch hätte ich mir mehr eine Fortführung der vorangegangenen Ereignisse gewünscht. Hier wird zum Glück noch einmal kurz auf Laura Roslin eingegangen und der immer deutlich werdenden Entzweiung mit Dr. Baltar. Hier scheint tatsächlich ein Sturm am Horizont aufzuziehen, der sicherlich die Serie in eine Richtung tragen wird. |
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